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ACV im Vertrieb: Formel und Bedeutung
Die kurze Antwort
ACV (Annual Contract Value) ist der Umsatz, den ein einzelner Kundenvertrag pro Jahr bringt. Sie teilen den Gesamtvertragswert (TCV) durch die Zahl der Vertragsjahre und lassen Einmalgebühren wie Setup oder Onboarding weg. Bei einem Mehrjahresvertrag verteilen Sie also den wiederkehrenden TCV gleichmäßig auf die Laufzeit. Vertriebsteams nutzen den ACV, um Deals unterschiedlicher Laufzeit zu vergleichen, Quoten festzulegen und zu entscheiden, wie viel Recherche und Follow-up ein Prospect wert ist.
In diesem Artikel
- Was ist ACV im Vertrieb?
- Wie berechnet man den ACV?
- ACV und TCV im Vertrieb: Was ist der Unterschied?
- Wo passieren Fehler bei der ACV-Berechnung?
- Was kann ACV sonst noch bedeuten?
- Was bedeutet „All Commodity Volume“?
- Was bedeutet ACV beim Autokauf?
- Was bedeutet ACV im Venture Capital?
- Wie prägt der ACV Prospecting, Cadence und Follow-ups?
- Was ist Prospecting im Vertrieb?
- Was ist eine Sales Cadence?
- Follow-up-E-Mail im Vertrieb: Was gehört hinein?
- Follow-up-E-Mail Vorlagen und Beispiele
- Personalisierte Follow-ups von der eigenen Domain senden
- Häufige Fragen
Was ist ACV im Vertrieb?
Im B2B- und SaaS-Vertrieb steht ACV für Annual Contract Value, also den jährlichen Vertragswert: den wiederkehrenden Umsatz, den ein einzelner Kundenvertrag pro Jahr wert ist. Das Glossar von Recurly definiert ihn als durchschnittlichen, auf ein Jahr umgerechneten Umsatzwert eines einzelnen Kundenvertrags, mit dem sich Deals unterschiedlicher Laufzeit vergleichen lassen. Googles KI-Übersicht zu dieser Suchanfrage liefert dieselbe Definition, beruft sich auf Sage und Salesforce und ergänzt, dass der Wert auf einen Zeitraum von 12 Monaten normiert wird. Genau diese Normierung macht den ACV nützlich. Einen Einjahres- und einen Dreijahresvertrag können Sie nicht über den Gesamtwert vergleichen, denn der längere wirkt größer, selbst wenn er pro Jahr weniger wert ist.
Die Grundformel lautet: ACV = Gesamtvertragswert (TCV) geteilt durch die Zahl der Vertragsjahre. Angenommen, ein Kunde unterschreibt ein Abo über drei Jahre. Dann ist sein ACV die Abo-Gesamtsumme geteilt durch drei – egal, ob er jährlich, quartalsweise oder im Voraus zahlt. Der Zahlungszeitpunkt verändert den Cashflow, nicht den ACV.
Vorsicht bei einer Begriffsfalle: Nicht alle Unternehmen verwenden ACV gleich. Der Vertriebsblog von Salesforce nennt seine zentrale Vertriebskennzahl Annualized Contract Value und beschreibt sie als Summe neuer oder zusätzlicher Opportunities. Das ist eine Buchungssumme, kein Durchschnitt pro Vertrag. Bevor Sie ACV-Werte zweier Teams oder zweier Unternehmen vergleichen, prüfen Sie, welche Definition jeweils dahintersteht.
Wie berechnet man den ACV?
- Nehmen Sie den unterschriebenen Vertrag und listen Sie jede Position samt der Laufzeit auf, die sie abdeckt.
- Streichen Sie Einmalgebühren wie Implementierung, Setup, Schulung oder Hardware. Die Seite zur ACV-Formel unter den heutigen Suchergebnissen schließt sie ausdrücklich aus, weil sie nicht wiederkehren.
- Addieren Sie die wiederkehrenden Gebühren über die gesamte Laufzeit. Das ergibt den wiederkehrenden TCV.
- Rechnen Sie die Laufzeit in Jahre um. Ist sie keine ganze Zahl an Jahren, drücken Sie sie als Bruchteil eines Jahres aus, statt auf- oder abzurunden.
- Teilen Sie den wiederkehrenden TCV durch die Zahl der Jahre. Das Ergebnis ist der ACV des Vertrags.
- Für den durchschnittlichen ACV über Ihren gesamten Kundenbestand addieren Sie den ACV aller Verträge im Zeitraum und teilen durch die Zahl der Verträge.
Verträge mit gestaffelten Preisen (Ramp Deals) sind der Sonderfall, den die Formel schlecht abbildet. Ist das erste Jahr günstiger als die Folgejahre, ergibt die einfache Mittelung einen ACV, den der Kunde in keinem einzelnen Jahr tatsächlich zahlt. Deshalb weisen manche Teams den ACV des ersten Jahres zusätzlich zum durchschnittlichen ACV aus. Egal, wofür Sie sich entscheiden: Halten Sie die Regel schriftlich fest, damit die Deals aller Vertriebler gleich berechnet werden.
ACV und TCV im Vertrieb: Was ist der Unterschied?
TCV (Total Contract Value) ist alles, was ein Vertrag über seine gesamte Laufzeit wert ist. Je nach Definition des Unternehmens kann er Einmalgebühren enthalten. Der ACV reduziert diesen Wert auf ein Jahr wiederkehrenden Umsatz. ARR (Annual Recurring Revenue) wird oft mit beiden verwechselt, misst aber den gesamten Kundenstamm und nicht einen einzelnen Vertrag.
| Kennzahl | Was sie misst | Bezugsrahmen | Mit Einmalgebühren? |
|---|---|---|---|
| ACV (Annual Contract Value) | Wiederkehrender Wert eines Vertrags pro Jahr | Ein Vertrag oder der Durchschnitt über mehrere Verträge | Meist nein |
| TCV (Total Contract Value) | Wert eines Vertrags über die gesamte Laufzeit | Ein Vertrag | Oft ja, je nach Definition des Unternehmens |
| ARR (Annual Recurring Revenue) | Wiederkehrender Umsatz, hochgerechnet auf ein Jahr | Alle aktiven Kunden zu einem Stichtag | Nein |
So halten Sie die drei schnell auseinander: TCV beantwortet „Wie groß war dieser Deal?“, ACV beantwortet „Was ist dieser Deal pro Jahr wert?“ und ARR beantwortet „Was nimmt das Unternehmen derzeit pro Jahr ein?“ Ein Mehrjahresvertrag fließt mit seinem vollen TCV in die Bookings des Quartals, in dem er unterschrieben wird. Zum ARR trägt er nur seinen Jahreswert bei – und dieser ARR zählt nur so lange, wie der Vertrag aktiv bleibt.
Wo passieren Fehler bei der ACV-Berechnung?
- Einmalgebühren nicht herausgerechnet. Eine Implementierungsgebühr bläht den ACV im ersten Jahr auf, sodass die Verlängerung dann wie ein Downgrade aussieht.
- Gemischte Definitionen. Ein Team meldet den durchschnittlichen ACV pro Vertrag, ein anderes die Summe neuer Bookings wie bei Salesforce. Diese beiden Zahlen lassen sich nicht vergleichen.
- Monatspläne ohne Bindung auf ein Jahr hochgerechnet. Wer einen monatlich kündbaren Preis auf zwölf Monate skaliert, erhält eine Run Rate, keinen vertraglich gesicherten Wert. Kennzeichnen Sie ihn als Run Rate.
- Verlängerungen als neuer ACV gezählt. Stecken Verlängerungen und Neukunden in derselben Zahl, erkennen Sie nicht, ob der Vertrieb gewachsen ist oder der Bestand einfach geblieben ist.
- Deals in Fremdwährung zu unterschiedlichen Stichtagen umgerechnet. Legen Sie eine Umrechnungsregel fest und wenden Sie sie auf jeden Vertrag an.
- Gestaffelte Preise stillschweigend gemittelt. Der Durchschnitt verdeckt ein günstigeres erstes Jahr – und das ist für Cash-Prognosen und den Zeitpunkt von Provisionen wichtig.
Was kann ACV sonst noch bedeuten?
Was bedeutet „All Commodity Volume“?
Im Handel und in der Konsumgüterbranche steht ACV für All Commodity Volume. Die Kennzahl misst die Distribution eines Produkts: den Anteil am gesamten Einzelhandelsumsatz eines Marktes, der in Geschäften erzielt wird, die das Produkt führen – gewichtet nach dem Umsatz jedes Geschäfts über alle Warengruppen. Der Konsumgüter-Blog von Repsly, auf den Googles KI-Übersicht verweist, erklärt, warum Marken diese Zahl verfolgen: Ein Produkt, das in wenigen großen Geschäften gelistet ist, kann ein höheres All Commodity Volume haben als eines in vielen kleinen Läden. Mit Vertragswert hat diese Bedeutung nichts zu tun.
Was bedeutet ACV beim Autokauf?
Bei Autohändlern und in der Kfz-Versicherung steht ACV für Actual Cash Value, also den aktuellen Zeitwert: was ein Fahrzeug heute wert ist, nämlich die Wiederbeschaffungskosten abzüglich der Wertminderung durch Alter, Laufleistung und Zustand. Händler nutzen ihn, um einen Gebrauchtwagen bei der Inzahlungnahme zu bewerten. Versicherer nutzen ihn, um einen Totalschaden abzurechnen. Spricht ein Autoverkäufer vom „ACV Ihres Inzahlungnahme-Fahrzeugs“, meint er diese Bewertung, keine Vertragskennzahl.
Was bedeutet ACV im Venture Capital?
Wenn Investoren Software-Startups prüfen, bedeutet ACV weiterhin Annual Contract Value, sie lesen ihn aber als Signal dafür, wie das Unternehmen verkauft. Ein hoher ACV deutet meist auf ein Sales-led-Modell mit längeren Zyklen, Account Executives und Einkaufsabteilungen hin. Ein niedriger ACV deutet meist auf Self-Service oder Vertrieb über hohe Stückzahlen hin. Investoren stellen den ACV den Akquisekosten gegenüber, um zu beurteilen, ob sich das Go-to-Market-Modell selbst tragen kann.
Wie prägt der ACV Prospecting, Cadence und Follow-ups?
Der ACV entscheidet, wie viel Aufwand ein einzelner Prospect rechtfertigt. Bei hohen Dealwerten lohnt es sich, jeden Account zu recherchieren und jeden Kontaktpunkt von Hand zu schreiben. Bei niedrigen brauchen Sie einen wiederholbaren Prozess. Dieselbe Logik gilt für die Folgefragen, die sich daraus ergeben.
Was ist Prospecting im Vertrieb?
Prospecting heißt, potenzielle Käufer zu finden und anzusprechen, die zu Ihrem Idealkundenprofil passen – bevor einer von ihnen von sich aus Kontakt gesucht hat. Dazu gehören der Aufbau der Liste, die Recherche zu jedem Account und die Erstansprache. Der erwartete ACV bestimmt, wie tief die Recherche geht. Bei einem Account mit hohem ACV lohnt es sich, das Buying Center zu kartieren, während ein Segment mit niedrigem ACV ein engeres Profil und weniger Recherche pro Kontakt bekommt. Unser Ratgeber dazu, was Prospecting in Vertrieb und Marketing bedeutet, klärt, wer was übernimmt. Mit den Qualifizierungsfragen nach Phase prüfen Sie, ob ein Prospect wirklich in dieses ACV-Band gehört.
Was ist eine Sales Cadence?
Eine Sales Cadence ist der geplante Ablauf der Kontaktpunkte pro Prospect: welcher Kanal, an welchem Tag, und die Exit-Regel, die die Sequenz beendet – etwa eine Antwort, eine Abmeldung oder ein Hard Bounce. Deals mit höherem ACV rechtfertigen meist mehr Kanäle und mehr manuelle Schritte pro Kontakt. Unser Beitrag zu Ablauf und Exit-Regeln einer Sales Cadence enthält Vorlagen für beide Fälle.
Follow-up-E-Mail im Vertrieb: Was gehört hinein?
Eine Follow-up-E-Mail im Vertrieb sollte im ursprünglichen Thread antworten, eine Information ergänzen, die in der ersten Mail fehlte, und mit genau einer Frage enden. Wer im Thread antwortet, sendet die Nachricht mit den Headern In-Reply-To und References, die auf die frühere Mail verweisen, sodass Mailprogramme beide zusammen anzeigen. Ein von Hand getipptes „AW:“ oder „Re:“ in einer neuen Nachricht leistet das nicht. Meldet sich der Prospect ab, stoppen Sie die Sequenz sofort, statt auf den nächsten geplanten Schritt zu warten.
Follow-up-E-Mail Vorlagen und Beispiele
- Nach ausbleibender Antwort: „Hallo [Name], eines hatte ich letztes Mal nicht erwähnt: [konkrete Information zu ihrem Account]. Steht [Problem] bei Ihrem Team in diesem Quartal auf der Agenda?“
- Nach einem Gespräch: „Danke für Ihre Zeit heute, [Name]. Wie besprochen: [nächster Schritt] bis [Datum]. Habe ich jemanden vergessen, der dabei sein sollte?“
- Nach einem Angebot: „Hallo [Name], unser Angebot gilt bis [Datum]. Gibt es eine Position, die wir vorher gemeinsam durchgehen sollten?“
- Letzter Kontakt: „Ich schließe das Thema auf meiner Seite ab. Falls [Problem] wieder aufkommt, genügt eine kurze Antwort und ich melde mich.“
In unserer Sammlung mit Follow-up-E-Mail-Vorlagen für den Vertrieb finden Sie weitere Varianten, sortiert nach Situation.
Personalisierte Follow-ups von der eigenen Domain senden
Manchmal rechtfertigt der ACV eine persönliche Note, aber keine eigene Aufnahme für jeden Prospect. So löst EmailFlow OS diesen Fall: Sie nehmen ein einziges Video auf und laden es in EmailFlow OS hoch. Sie verbinden Ihr eigenes Brevo-Konto und Ihre Versanddomain und importieren anschließend Ihre Prospect-Liste in EmailFlow OS. EmailFlow OS erstellt aus dieser einen Aufnahme eine personalisierte Version für jeden einzelnen Empfänger – nicht pro Unternehmen – und versendet sie aus Ihrem eigenen Postfach über Ihr Brevo-Konto und Ihre Domain. Ein gemeinsamer Plattform-Absender kommt dabei nicht zum Einsatz.
Weil die Mails unter Ihrer Domain hinausgehen, prüfen die empfangenden Server Ihre eigenen SPF-, DKIM- und DMARC-Einträge. Diese Einträge bleiben unter Ihrer Kontrolle, in Ihrem DNS und in Ihrem Brevo-Konto. Wie jede Nachricht gefiltert und einsortiert wird, entscheidet der empfangende Server, nicht EmailFlow OS. Details finden Sie auf der Seite zu EmailFlow OS Video-E-Mail für B2B-Outreach.
Häufige Fragen
- Ist ACV dasselbe wie der durchschnittliche Vertragswert?
- Nicht immer. Der Annual Contract Value ist der wiederkehrende Wert eines Vertrags pro Jahr, also TCV geteilt durch die Vertragsjahre. Der durchschnittliche Vertragswert (Average Contract Value) ist der Mittelwert über viele Verträge, und manche Teams berechnen ihn über die gesamte Laufzeit statt pro Jahr. Beides wird mit ACV abgekürzt. Sagen Sie deshalb vor jedem Vergleich, welchen Wert Sie meinen und ob er auf ein Jahr umgerechnet ist.
- Enthält der ACV Einmalgebühren?
- In der Regel nicht. Die Standarddefinition zählt nur wiederkehrenden Umsatz, Gebühren für Implementierung, Setup, Schulung und Hardware bleiben also außen vor. Rechnen Sie sie mit ein, ist das erste Jahr aufgebläht und die Verlängerung wirkt anschließend wie ein Wertverlust. Der Gesamtvertragswert (TCV) enthält diese Gebühren dagegen oft – ein praktischer Unterschied zwischen ACV und TCV.
- Kann man den ACV für Monatsverträge berechnen?
- Nur mit Vorsicht. Ein monatlich kündbarer Plan hat keine Jahresbindung. Wer den Monatspreis auf ein Jahr hochrechnet, erhält eine Run Rate, keinen vertraglich gesicherten Wert. Weisen Sie ihn als Run Rate oder als Beitrag zum ARR aus. Bei einer festen Laufzeit unter einem Jahr setzen Sie die Laufzeit als Bruchteil eines Jahres in die Formel ein, statt sie wie ein volles Jahr zu behandeln.